Mission Klassenerhalt (IV): Lok auswärts

Es gibt ein Stadion im Leipziger Nordwesten, da scheint die Zeit stehengeblieben, Vergangenheit gegenwärtig zu sein. 1964 wurde hier - im Leutzscher Holz - die BSG Chemie Leipzig völlig unerwartet DDR-Meister. Später spielte der Verein meistens in der zweiten Liga, Staffel C, bis er irgendwann ganz verschwand. Ein paar Unermüdliche fingen - zu Beginn des neuen Jahrtausend - in der 12. Liga wieder neu an. Jahr um Jahr ist 'Chemie' seitdem aufgestiegen, spielt nun in der Regionalliga Nordost. Muss sich dort mit dem 1. FC Lok Leipzig, Energie Cottbus und dem BFC Dynamo messen. Partien mit einiger Brisanz. In 'Mission Klassenerhalt' begleiten wir die Mannschaft durch die Saison.

von Fritz Rainer Polter

16. Ligaspiel + 1. FC Lok Leipzig - Chemie Leipzig - 0:0 + Platz 16 mit 13 Punkten
DSCN2081 Fanmarsch 13 hl

Weiterlesen

Drucken

Ortsderby: Lok gegen Chemie (legendäre Aufnahmen von 2007)

BSG Chemie Leipzig gegen Lokomotive Leipzig. Das härteste Ortsderby ever. Diesmal im Bruno-Plache-Stadion. Zweimalige Unterbrechung weil Fahnen brennen und Raketen fliegen. Fans bengalische Fackeln zünden, diese auf die Polizei werfen. Die antwortet mit Reizgaseinsatz, fährt zwei Wasserwerfer auf. Nach 15minütiger Nachspielzeit endet das kampfbetonte - und überaus unterhaltsame Derby - 0:0.

Für Chemie ein gewonnener Punkt im Kampf gegen den Abstieg. Denn Lok hatte die besseren Chancen. Bei der anschließenden Pressekonferenz bekommt der legendäre Chemie-Trainer Dietmar Demuth noch ein 'Bierdusche' ab. Im Laufe des Abends folgen noch ein paar Bilder vom Tag. Hier ein paar Eindrücke von den Auseinandersetzungen im Oktober 2007.

Drucken

sport inside (18.09.2016, WDR): Vom Umgang mit einem Unbequemen (Reblog)

Wie aktuell das Schicksal von Leichtathletik-Trainer Hansjörg Kofink auch nach 45 Jahren noch ist ....

Hansjörg Kofink:
„Es gab nie eine Anerkennung. Zwischen dem DLV und mir ist absolute Funkstille. Bis auf den heutigen Tag.“

"Der ehemalige DLV-Präsident Helmut Digel lehnt es bis heute ab, öffentlich über Hansjörg Kofink zu reden. Der gleiche Helmut Digel, der jahrelang im Präsidium des Leichtathletikweltverbandes saß, aber augenscheinlich wenig unternahm, um das grassierende Doping und die Korruption einzudämmen. 

Vor einer Woche in der Hauptstadt, am Brandenburger Tor. Auch der aktuelle Präsident Clemens Prokop möchte zur ‚Causa Kofink' lieber nichts sagen. Uns gegenüber heißt es: Terminprobleme. 



Prokop, einer der Funktionäre, die sonst - etwa in der russischen Doping-Affäre - gerne ihre Antidopinghaltung hervorheben, schweigt bei uns lieber. Dabei hätten wir ihn gerne gefragt, auch zur Doping-Vergangenheit von Verbandstrainern. Denn anders als Kofink darf er sogar noch bei den Olympischen Spielen in Rio das DLV-Emblem tragen: Werner Goldmann." (Text WDR, Auszug aus dem Film)

Drucken

TUE'S zur Fußball-WM - Die Ausnahmegenehmigungen der FIFA (Reblog)

fancy bears wm 2010 germanyDie Hackergruppe 'Fancy Bears' hat am Dienstag (22.08.2017) neue Dokumente veröffentlicht. Diesmal geht es  - neben der Veröffentlichung von über 200 positive Doping-Proben im Jahr 2016 - vor allem um medizinische Ausnahmegenehmigungen (TUEs) im Fußball. Unter anderem zur Fußball-WM 2010 in Südafrika. Die Aufzählungen der Namen ist illustrer. Argentinier und Chilenen sind dabei, Italiener, ein Holländer. Dieser wurde unter Anderem auch im WM-Endspiel eingesetzt, als die 'Elftal' in der Verlängerung gegen Spanien mit 0:1 verlor.

Auch vier DFB-Spieler stehen auf der Liste. Alle vier - Christian Träsch, Dennis Aogo, Hans-Jörg Butt und Mario Gomez - sollen die Substanz Salbutamol gebraucht haben. Salbutamol ist ein Asthmamittel. Es steht auf der Dopingliste. Ein Gebrauch im Sport ist deshalb verboten. 

Weitere verbotene Medikamente die WM-Spieler durch die Ausnahmegenehmigungen eingesetzt haben sollen, waren - laut veröffentlichter Liste - Betamethason (u. a. fünf Spieler bei Argentinien) und Prednisolon. Beides sind Cortisonpräperate, denen in der Wirkung durchaus Dopingcharakter zukommt. Die neuen Enthüllungen werfen ein Licht auf eine bisher weitgehend geheime Ausnahmepraxis im Fußball. Wo Doping - wie TV-'Experten' von ARD und ZDF live erklärten - angeblich nichts bringen soll.

Weiterlesen

Drucken

Sport inside: TUE's - Die Ausnahme als Regel? (Sendetext vom 11.12.2016)

fancy bearsSport inside - 11.12.2016 - 22:05 Uhr - WDR

Mit der Veröffentlichung von TUE’s  - durch Hacker von 'Fancy Bears' im Internet - ist die Praxis der medizinischen Ausnahmegenehmigungen für Spitzensportler in die Kritik geraten. 

Im Fokus: Olympiasieger im Tennis und im Turnen, Weltmeister in der Leichtathletik, Tour de France-Gewinner. 

Die veröffentlichten Dokumente zeigen: TUE’s werden inflationär ausgestellt, intransparent gehandhabt und gelten als medizinisch fragwürdig. Mit ihnen verbindet sich auch - zumindest im Profiradsport - eine jahrzehntelange Dopinggeschichte.

Weiterlesen

Drucken

Unerwünschte Aufklärung – Was aus den Kronzeugen im Radsport geworden ist (III)

Vor acht bis zehn Jahren sorgten ihre Fälle für Schlagzeilen. Insider aus dem Radsport, die ihr Wissen öffentlich machten. Über Dopingpraktiken berichteten, über die Mittäterschaft von Trainern, Ärzten und Funktionären sprachen. Ihre Aussagen schockierten die Öffentlichkeit, gaben einen Einblick in die bis dahin weitgehend verdeckten Strukturen im professionellen Radsport. Die Folgen jedoch waren überschaubar. Konsequenzen gab es so gut wie keine. Eine Serie über Whistleblower, ihre Motive und die Konsequenzen.

von Ralf Meutgens und Fred Kowasch

Der gewissensgeplangte Sportarzt:

"Wenn man sich dazu entschliesst, sowas aufzudecken, an die Öffentlichkeit zu gehen, dann muss man leider wirklich rücksichtslos sein. Und mit genau so harten Bandagen kämpfen wie die Gegenseite. Hätte ich nicht den Sportwissenschaftler in der Praxis damals gewarnt, wären die Festplatten nicht gelöscht worden. Ich hätte mich von der NADA nicht abwimmeln lassen dürfen, und ich hätte wahrscheinlich direkt zur Staatsanwaltschaft gehen sollen."  

radsport1Heute weiss es Johannes Lüke besser. Im Oktober2006 nicht. Damals arbeitete er als junger Arzt in einer renommierten Hamburger Sportmedizin-Praxis als Vertretung. Dabei erfuhr er vom systematischen Doping mehrerer bekannter Crossfahrer. 

Er machte dies in einer großen überregionalen Tageszeitung öffentlich. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelte und am Schluss akzeptierte der renommierte Sportmediziner, den Lüke vertreten hatte, einen Strafbefehl über 39.000,- Euro. Auswirkungen auf die Approbation oder die Kassenzulassung des renomierten Arztes hatte dies nicht. Die beteiligten Radsportler kamen – aufgrund der dafür unzureichenden Gesetzeslage – weitgehend ungeschoren davon. Auch vom BDR bekamen sie nach jahrelangen sportrechtlichen Diskussionen keine Strafe.

Für Johannes Lüke hatte dieser Fall erheblich negative Auswirkungen. Seine 10.000 Euro an Anwaltskosten hat ihm bis heute keiner bezahlt. Seit seiner Aussage gilt er in der deutschen Sportätzteszene als 'verbrannt': 

Weiterlesen

Drucken

Triathlon - Wie ein Jedermann zum 'Finisher' werden kann

ratingen 2016 2Einmal ins Ziel kommen, ein 'Finisher' werden. Dies ist möglich, auch noch in dieser Saison. Momentan laufen überall die Anmeldungen, einige sind aber auch schon geschlossen. Da hilft alles Zetern nix, Triathlon ist in.

Startplätze finden sich momentan noch in Reken, Kallinchen, Ratingen. Wettkämpfe, die wir empfehlen können. Auch weil hier nicht unbedingt abgezockt wird, wie bei den Wettkämpfen in Hamburg und Köln. Hier kann man sich einmal versuchen, zum 'Finisher' werden. Hier wird - zum Beispiel - auch der sogenannte Schnuppertriathlon (0,2/0.3 Schwimmen - 9-15 km Rad - 2,5 bis 4 km Laufen) angeboten. Das ist mit etwas Trainingsaufwand durchaus machbar.

Ein wenig Sport sollte man bisher allerdings schon gemacht haben. Wer für sich allein 200 Meter Schwimmen kann, kürzlich mal drei bis fünf Kilometer gelaufen ist und mit dem Rad zur Arbeit fährt oder regelmäßig durch die Stadt crosst - dem winkt 2017 noch ein begehrtes Finisher-T-Shirt oder eine Medaille. Allerdings: ohne 'Biss' geht es nicht!!

Ihr könnt euch auch an längeren Distanzen versuchen. Mehr als eine Badehose (Bikini oder Badeanzug), ein Rennrad (zur Not auch mit Einkaufkörbchen) und ein paar Turnschuhe (nicht abgelatscht) braucht man als Anfänger nicht. Tipps zum Wettkampftag folgen in Kürze.

Drucken

Triathlon Check - Veranstaltungen unter der Lupe

Borken - Stelldichein am Pröbstingsee
(letzter Check 2017)
Distanz: 
0,3/15/3,5 und 0,6/28/7
(mitten im August)

triathlon borken 2017positiv: 
zuschauerfreundlich, von der Strecke her das Richtige zum Trainieren, sehr familiär, professionelle und freundliche Veranstalter 
negativ:
die Wasserqualität des 'Bade'sees

Strecke:
 

Landstart am Sandstrand. Nach 50 Meter im Wasser muß weniger mit seinen Nebenmann, dafür um so mehr mit Schlingpflanzen kämpfen. Und: nur nichts schlucken von der Brühe. Geschwommen wird entgegen des Uhrzeigerinnes. Dann noch 100 Meter laufen zur Wechselzone. Weitere 200 mit dem Rad zur Strecke. Hier geht es die ersten zwei Kilometer bergan. Dann ist die Strecke flach, aber windanfällig. Zum Schluß den Berg wieder runter und links rein zur Wechselzone. Vorsicht bei Regen! Die Laufstrecke ist eben, geht Anfangs schön durch den Wald. Nach zwei Kilometern - dann entlang einiger Seen - wieder retour. Diesmal auf Asphaltwegen. Den Fordermann/frau hat man hier immer gut im Blick. Zwei Wasserstellen unterwegs!! Schöner Wettkampf. Wenn nur nicht diese Brühe wäre. http://www.triathlon-borken.de

Weiterlesen

Drucken

Sport inside Special: Falsches Spiel - Wettmanipulation Im Tennis

Ein Film von Benjamin Best, Fred Kowasch und Tom Mustroph
Sport inside Special, WDR Fernsehen, Sonntag, 7.5.2017, 22.05 - 22:35 Uhr

In kaum einem anderen Sport ist es so leicht zu manipulieren wie in der Einzelsportart Tennis. Der sogenannte "weiße Sport" kämpft seit mehr als zehn Jahren mit massiven Vorwürfen: Betrug, Manipulation, Vertuschung. Wettsyndikate, vor allem aus Russland, Südamerika und Italien, sind auf der Suche nach Tennisspielern, die für Geld Spiele manipulieren. Experten schätzen den weltweiten Umsatz bei Tennis-Wetten auf fünf Milliarden Euro. 

Im vergangenen Jahr haben die internationalen Tennisverbände 292 verdächtige Matches gemeldet. So viele wie nie zuvor. Mittlerweile kommen 80 Prozent aller verdächtigen Sportereignisse in Bezug zu Wettmanipulation aus dem Tennis. Seit Jahren stehen die internationalen Tennisverbände in der Kritik, zu wenig gegen die Manipulation zu unternehmen.



Vor allem Tennisturniere der zweiten bzw. dritten Kategorie, sogenannte Challenger- und Future-Turniere, sind für Betrug anfällig, weil hier das Schmiergeld höher sein kann als die geringen Preisgelder. "Die Wettbetrüger sind keine dummen Menschen, ganz im Gegenteil die wissen genau wen sie ansprechen müssen, wo die Saat auf fruchtbaren Boden trifft", erklärt Tennisprofi Andrea Petkovic gegenüber Sport inside. Sport inside trifft Ermittler, spricht mit Tennisprofis und stößt bei den Tennis-Weltverbänden auf eine Mauer des Schweigens.

Drucken