+ Dokumentarfilm + 'Walls - a Photographer between the Lines' (88 min, OmU, 2013) +

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Israel und die besetzten Gebiete, Belfast, Baghdad, Ceuta, Zypern, die Grenze zwischen den USA und Mexico. Kai Wiedenhöfer hat eine Mission. Er will die Mauern der Welt fotografieren, zeigen was ein Betonwall aus Menschen macht. Mit seiner Panoramakamera geht er dorthin, wo Gummigeschosse, Tränengas und Strassenschlachten zum Alltag gehören. Er trifft auf Migranten, Drogendealer und engagierte Menschenrechtler. Immer wieder aber auch auf bewaffnete Soldaten und aggressive Grenzpolizei. Gegen viele Widerstände versucht er sich seinen Traum zu erfüllen.

Kai Wiedenhöfer möchte seine Panoramafotos auf die weltbekannte 'East Side Gallery' in Berlin zu bringen. Jahrelang kämpft er dafür. Im Sommer 2013 kommt es in seiner Wahlheimat zum Showdown. Die Dokumentation „Walls – a Photographer between the Lines“ hat Kai Wiedenhöfer - der einst Zeuge des Berliner Mauerfalls wurde - über neun Jahre lang begleitet.

Klare Kante: Auf dem Weg ins All. Wenn die 'ABTEILUNG ATTACKE' versagt

Ein Kommentar von Fred Kowasch

10.07.2021
Momentan macht in den sozialen Netzwerken unter in der DDR sozialisierten Mittfünfzigern eine kleine, gestaltete Grafik die Runde. Sie zeigt Annalena Baerbock im Kosmonautenanzug. Versehen mit dem Schriftzug: "1963 nach ihrer Rückkehr aus dem All". Und: "Das stimmt aber jetzt wirklich!!!".

Der Spaß ist groß. Denn für Ostdeutsche macht es sofort KLICK. 1963 war mit der Russin Walentina Tereschkowa die erste Frau im Weltall. Dunkel erinnert man sich noch an die Großtaten der Sowjetunion. Vermittelt - immer und immer wieder - im DDR-Schulunterricht. 

Die Häme im Netz zeigt: als glaubwürdige Kanzlerkandidatin ist Annalena Baerbock durch. Es war dann einfach zu viel Blendwerk, was in den letzten Wochen aufgelaufen ist. Ein aufgeblasener Lebenslauf, vergessene Nebeneinnahmen, eine (aus Dutzenden Quellen) zusammenkopierte Biographie. Dazu mit 'Bündnis 90 /Die Grünen' eine Partei, die die journalistische Veröffentlichung von Plagiaten mit dem Begriff "Rufmord" versah. Ein Wahlkampfteam 'Out of Control'. Die 'ABTEILUNG ATTACKE' wie von Sinnen.

Wer schon ein paar Bundestagswahlkämpfe verfolgt hat, fragt sich: warum werden eigentlich die Konkurrenten so geschont? Dabei gäbe es genug Angriffspunkte - die in einer professionell geführten Kampagne - wie eine TO-DO-LIST geradezu offen 'auf dem Silbertablett' liegen.

Da ist zum Beispiel der SPD-Kandidat Olaf Scholz. Vor ein paar Wochen noch stand er im Bundestag als geladener Zeuge vor dem Untersuchungsausschusses zur Wirecard-Pleite. Die ihm unterstellte Behörde 'Bafin' (Bundesanstalt für Finanzdienstleistung) hatte bei ihrer Aufsichtspflicht über das mittlerweile insolvente Milliardenunternehmen schlichtweg versagt. Ungeklärt ist auch seine Rolle als ehemals Regierender Hamburger Bürgermeister im Fall der 'Cum-Ex'-Geschäfte der Warburg-Bank. Weshalb - zum Beispiel - der Fiskus die Millionen an Steuerschulder damals nicht eintrieb. Welche persönliche Rolle Olaf Scholz dabei spielte. Auch hier stand Olaf Scholz vor einem Untersuchungsausschuss. Erinnert sei weiterhin an das brutale Reinschlagen Hunderter - wie abgerichtet - wirkender Polizisten, die am Hafenrand in St. Pauli am 6. Juli 2017 eine bis dahin komplett friedliche Demonstration gewaltsam auflösten. Bis heute stand - wegen der Übergriffe - kein Staatsdiener vor Gericht. Die politische Verantwortung für diesen Polizeieinsatz trug letztendlich .... na, wer wohl?!



Oder Armin Laschet. CDU/CSU-Kanzlerkandidat. Als Lehrbeauftragter der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen zeigte er einst deutlich, was er selbst vom wissenschaftlichen Arbeiten hält. Vielleicht ist er deshalb jetzt so still. Seinen Umgang mit der Wahrheit kann man im Bundestagswahlkampf selbstverständlich thematisieren. Auch Laschets Rolle im Sommer/Herbst 2018 als - gerade neu gewählter - NRW-Ministerpräsident bei der Räumung der Baumhäuser im Hambacher Forst. Diese wurde wegen angeblicher Brandschutzmägel damals auf den Weg gebracht. Einblicke in den wahrscheinlich wahren Grund vermittelt ein Video: "Ich brauche auch einen Vorwand, sonst kann man doch nicht tätig werden. Ich wollt' den Wald räumen". Oder aber die Haltung seines NRW-Innenministers Herbert Reul. Der öffentlichkeitswirksam gern den zupackenden Hardliner gibt. Mit seinem Demokratieverständnis allerdings durchaus gut in der AfD reüssieren könnte. Jüngst erst machte ein Einsatz in seinem Bereich Schlagzeilen. Als seine Beamten Journalisten attackierten, Demonstranten stundenlang einkesselten. Die durften nicht mal ihre Notdurft verrichten. Tausende Menschen hatten Ende Juni in Düsseldorf gegen das neue Versammlungsrecht der Landesregierung protestiert, das ihre Rechte empfindlich einschränken wird. Nicht nur in Journalistenkreisen gilt Reul als DIE Entdeckung von Laschet.

Die Einhaltung von Bürgerrechten. Die Bewahrung der Natur. Die Kontrolle von Steuergeldern. Drei große Themen. Den Umgang damit kann man in einem Bundestagswahlkampf zur Sprache bringen. Damit die Konkurrenten angreifen, konfrontieren, die eigene Basis inhaltlich stärken. Stattdessen wird auf die Wirkung einer Einzelperson gesetzt. Die sicher sehr telegen wirkt, manchmal eine schwarze Lederjacke trägt, vielleicht auch irgendwann ins All düsen wird. Nur vom politischem Kerngeschäft derzeit nichts versteht. Wochenlange Selbstverteidigung, sich von anderen treiben lassen, geht überhaupt nicht. Die 'ABTEILUNG ATTACKE' gehört in Wahlkämpfen schlicht und ergreifend dazu.

Tags: Annalena Baerbock, Armin Laschet, Olaf Scholz, Bundestagswahlkampf, BTW 2021

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