Klare Kante: Wenn Bürger von 'der Stange gehen' ....

Ein Kommentar von Fred Kowasch

Da half kein Jammern und Flehen, dass Kreuz doch "an der richtigen Stelle" zu machen. Und bitte, bitte "nicht AfD wählen".

Die Klatsche kam, wie sie kommen musste. 27 plus, so wie in einer Wette vorhergesagt. Der Wahlerfolg für die 'Alternative für Deutschland' wäre sicher noch höher ausgefallen, hätte sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer nicht so in Zeug gelegt. Wer ihn einmal vor Ort im Gespräch mit den Leuten erlebt hat - wie wir im April 2018 am Rande eines Musikfestivals von Rechtsextremen in Ostritz - der bekam mit, hier gibt sich einer wirklich Mühe. Hier versucht sich einer, einem Trend emsig und engagiert entgegenzustellen.

Da hilft jetzt auch keine Wählerbeschimpfung mehr. Das - gerade in extrem-'linken' Kreisen - zu oft wiederholte Mantra von Sachsen als einem braunen "Stück S......". Nur weil andere eine andere Auffassung haben, die AfD wählen. Immerhin ist dies ihr demokratisches Grundrecht. 600.000 waren es diesmal in Sachsen, 5,8 Millionen bundesweit bei der letzten Bundestagswahl. Auch wenn sich die CDU-Politiker jetzt noch medienwirksam zieren, über kurz oder lang wird es eine Tolerierung, Duldung oder Koalition mit der AfD geben. Erste - interne - Anzeichen dazu gibt es bereits. In SPD und CDU.

'Natürliche Verbündete' fühlen sich nun einmal zueinander hingezogen. Denn der rasante Aufstieg der AfD ist auch dadurch zu erklären, dass die CDU die 'rechte Flanke' praktisch aufgegeben hat. Und: in der Regierungsverantwortung haben schon viele Kreide gefressen. Der 'Linke'-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Thüringen) ist das beste Beispiel dafür. 

Anders wird es kaum gehen. Denn gerade die bisherige Ausgrenzung, das Verwenden von formellen Verwaltungstricks wie gerade bei der Listenzulassung in Sachsen, bewirken nur Eines: dass sich die Reihen der AfD umso fester schliessen. Immer mehr frustrierte Menschen Zugang zu Ihnen finden. Denn viele Bürger erreicht diese Politik eben nicht mehr. Da ist ein Michael Kretschmer einfach zu wenig. (02.09.2019, update 04.09.2019)

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